Wer nicht bremst, verliert…

Chengdu werden wir in allerbester Erinnerung behalten. Zugegeben, der Grund für unsere Begeisterung könnten nicht zuletzt auch einige karge Zelt-Dîners und Outdoornächte inklusive Mütze im Schlafsack im Vorfeld unserer Ankunft in der Stadt gewesen sein. Auf jeden Fall ist Chengdu eine quirlige 14-Millionen-Metropole mit allerlei kulinarischen Höhepunkten. Wir knabbern hier an hausgemachtem Tofu, frittierten Maiskörnern, einer chinesischen Variante des Kartoffelstocks oder in Sojasauce gebratenen Auberginen…

Und das alles ist vor allem eins: Sau-mäs-sig scharf! Willkommen in der Provinz Sichuan! Der berüchtigte Sichuan-Pfeffer hat es in sich. Falls der fiese Chinese diesen heimlich in das bestellte Mahl reingemixt hat, macht sich das Gewürz erst durch ein leichtes Prickeln auf der Zungenspitze bemerkbar, das nach und nach in ein veritables Kribbelkonzert ausartet – als würde ein ganzes Heer Ameisen direkt über die Zunge marschieren. Nicht unangenehm, doch mit der Zeit entwickelt sich aus dem Prickeln eine seltsame Taubheit, und wer schon mal eine eingeschlafene Zunge hatte, weiss, wovon wir sprechen. Ich überlege kurz, ob sich der narkotisierende Pfeffer vielleicht zur humaneren Betäubung beim Zahnarzt verwenden liesse, lasse die innovative Geschäftsidee aber sausen, als ich Christians Kichern höre. Wobei ich nach wie vor der Meinung bin, dass ein Teller Sichuan-Nudeln im Wartezimmer alleweil verlockender wäre, als wenn Herr Doktor fünf Mal die Spritze ins Zahnfleisch rammt.

Das Wetter will bei unserer Ankunft im Sichuan-Becken nicht so recht mitspielen. Es ist neblig und bleibt auch so, als wir uns nach vier Tagen City Life erholt in Richtung Südosten auf den Sattel schwingen. Angepeiltes Ziel: Die bekannten Karstberge von Guilin. Doch es soll anders kommen. Nach 50 Kilometern Fahrt durch a) Stadtgebiet und dann b) endlose Reisfelder und dies c) in dichtem Nebel, ereilt mich eine kleine, aber feine China-Depression. Ich kann nicht verhindern, dass es im meinem Kopf anfängt zu rechnen. Nun also noch geschätzte 1200 Kilometer lang Reisterrassen anstarren und durch so dicht besiedeltes Gebiet fahren, in dem jeder noch so kleinste Flecken Erde, sogar der 50cm breite Streifen neben der Strasse, von Reis oder Gemüse bepflanzt ist? Dazwischen unzählige austauschbare chinesische Städte mit austauschbaren chinesischen Bürgern? Ich ziehe die Notbremse und verlange nach einer sofortigen Krisensitzung. Lustigerweise sind Christian ähnliche Gedanken durch den Kopf gegangen, und so beschliessen wir Kraft unserer kleinen demokratischen Versammlung, bei nächster Gelegenheit scharf gegen Süden abzudrehen, und in Richtung Berge zurückzufahren. Lieber sich tagelang einen Berg hinaufquälen, als ob dem ewigen Auf und Ab der rollenden Hügel Sichuans ins Wachkoma zu fallen. Kunming, wir kommen!

Mit einem festen Plan im Kopf sind Nebel und ewige Reisfelder gleich viel besser zu ertragen, und so arbeiten wir uns Stück für Stück in Richtung Süden, obwohl unser Fortschritt bei den riesigen Dimensionen Chinas auf der Karte nur im Zentimeterbereich sichtbar ist. Das Land ist einfach unfassbar gross!

Unsere nächstgrössere Destination heisst Zigong. Erst bei der Einfahrt bemerken wir, dass diese Stadt sogar in unserem Reiseführer erwähnt ist. Oha, treffen wir da vielleicht seit Tagen endlich wieder mal auf ein weisses Gesicht? Und ob! Per Zufall kreuzen wir hier unsere australischen Radlerfreunde, die auf dem Weg nach Chongqing sind. Dank ihrem hervorragenden Chinesisch kommen wir in den Genuss neuer Gaumenfreuden: Endlich können wir uns an einen echten Sichuan-Hotpot wagen, verschiedene Teesorten probieren oder uns auf einem der unzähligen Outdoorgrills ein paar Pilz-, Ei-, Gemüse- oder Tofu-Spiesschen braten lassen. Wer je nach China reist, dem raten wir von einem kulinarischen Erlebnis allerdings dringend ab: Finger weg vom „Stinky Tofu“! Das Zeug schmeckt wie direkt aus der Kloschüssel gepflückt und wir können uns nicht vorstellen, wie man so etwas freiwillig essen kann. Wobei vermutlich unser zum Himmel stinkender Schimmelkäse à la Gorgonzola seinerseits beim Chinesen einen akuten Würgreflex auslöst. Andere Länder, andere Sitten!

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Fondue à la Chinoise…

Apropos Sitten: Was uns einen Würgreflex beschert, ist die ständige Spuckerei der Chinesen. Und zwar kein dezentes „Sorry-ich-habe-eine-unheilbare-Halskrankeit-und-muss-mal-kurz-Speichel-loswerden-Spucken“, sondern ein animalisches, tief unten im Rachen hervorgeholtes gruusiges Chodern, das mit einem lauten „chchchchchchchch“ beginnt und dann „pfffffft“ als hässlicher zähflüssiger Fleck direkt vor unseren Füssen landet. Wenn wir dann jeweils in ein sarkastisches „Schöööööön“ ausbrechen und den fehlbaren Chinesen mit strafendem Blick anschauen, blinzelt er nur verwirrt zurück. He ja, er kann halt kein Schweizerdeutsch.

Ebenfalls eine schöne Angewohnheit finden wir, dass die Männer hier oft und gerne das T-Shirt nach oben krempeln, um ihrem Bauch etwas frische Luft zu gönnen. Und zwar nicht die Modelle „Sixpack“ oder „Muskulös“, sondern meist jene, die schon ein ansehnliches Ränzlein entwickelt haben. Ob dies derselbe Instinkt ist, der schwangere Frauen ständig über ihrem runden Bauch streichen lässt, wissen wir nicht, aber der Anblick dieser Fleischberge gehört definitiv nicht zu den touristischen Sehenswürdigkeiten.

Sowieso, der männliche Chinese hat leider noch nie etwas von Anstand gehört. Oder nur von der chinesischen Variante. Es wird während dem Essen geraucht und telefoniert. Der Chinese spuckt, schmatzt, schlürft. Und wenn er betrunken ist, grölt er auch noch laut – und das alles oft mit einem unattraktiv rasierten, viereckigen Schädel. Manch grazile, hübsche Chinesin sehen wir von solch einem ungehobelten Hängebauch-Modell begleitet und fragen uns, wie es wohl zu dieser Liaison gekommen ist? Wie wir lesen, sei der perfekte chinesische Mann ein gaofushuai: gao=gross, fu=reich, shuai=gut aussehend. Des Rätsels Lösung liegt wohl im ‚fu‘!

Eines schönen Morgens fahren wir gut gelaunt los, aus einer namenlosen Stadt im namenlosen chinesischen Hinterland. Wir sind gerade mal zehn Kilometer gefahren, da surrt es plötzlich komisch hinter mir und ich spüre, wie etwas an meiner Hintertasche raspelt. Nanu?!? Kaum gedacht, ertönt ein spitzer Schrei und ich sehe, wie Christian ohne Umweg kopfvoran in die Böschung donnert. Schockiert springe ich ab und sammle den durchgeschüttelten Christian plus den gesamten Inhalt seiner Lenkertasche aus dem Gras ein. Ein Glück, es ist ihm nichts passiert! Das Velo aber sieht furchtbar aus: Der Lenker ist um 180 Grad verdreht und steckt rückwärts im Gras. Wir ziehen das Unglücksgefährt aus dem Boden und glauben schon, wir seien mit dem Schrecken davongekommen, da bemerken wir das Malheur. Physikalisch eigentlich unmöglich, aber dennoch ist es passiert: Einer der Bremshebel ist im Boden stecken geblieben und abgebrochen – zu allem Unglück die Hinterbremse!

Die Stimmung sinkt augenblicklich Richtung Nullpunkt. Da sitzen wir im chinesischen Nirgendwo mit Tonnen von Ersatzmaterial in unseren Saccochen – aber einen Ersatzbremshebel, mit Verlaub, einen solchen haben wir nun wirklich nicht im Sortiment. Was jetzt?? Den Bus nehmen? Zurück nach Chengdu zum Veloladen? Oder gleich den ganzen Bettel hinschmeissen? Trotz einiger Bedenken beschliessen wir, den Schaden zu ignorieren und weiterzufahren – sehr vorsichtig und bergab langsam wie eine Schildkröte, will Christian nicht nochmals ungespitzt in den Boden fahren. Doch unsere Laune bleibt gedrückt. Da wir eine hydraulische Bremse haben, können wir nicht einfach eine neue besorgen, sondern müssen uns diese von Zuhause schicken lassen. Das heisst, auf den nächsten 1000 Kilometer haben wir einen markant verlängerten Bremsweg – neu heisst es also: Aus dem Weg, ihr Chinesen!

Damit es uns nicht doch noch langweilig wird, wartet China mit ein paar weiteren kleinen Überraschungen auf. Haben wir uns vor einigen Jahren bei einer Velofahrt durch Laos geschworen, nie mehr ohne Not in der Nacht zu fahren, holt uns die Not schon ziemlich bald ein. Die Gegend ist hügelig und dünn besiedelt. Die Dörfer, die wir durchqueren, sind trist und grau. Keine einladenden Orte, um zu übernachten, falls man denn überhaupt eine Unterkunft findet. Die Dämmerung bricht über uns herein und wir stehen vor der berühmten Frage von The Clash: „Should we stay or should we go?“ 🙂 Wir montieren resigniert unsere Stirnlampen und nehmen die restlichen steilen 15 Kilometer bis in den nächstgrösseren Ort in Angriff. Wäre das nicht schon genug „trouble“, landen wir kurz vor dem Ziel plötzlich in einem stockfinsteren, unbeleuchteten Tunnel. Der Asphalt ist inexistent und der Boden eine einzige Schlamm- und Buckelpiste. Neben uns donnern hupend die Lastwagen vorbei und wir können trotz Stirnlampe nur vage erkennen, wo wir uns durch den Dreck pflügen. Plötzlich sehe ich eine rettende, glatte Fläche: „Endlich Teer!“ juble ich und steure darauf zu wie die Ertrinkende auf die Planke. Fehlanzeige: Die spiegelglatte Fläche mit vermeintlichem Teer entpuppt sich als mit Matsch gefülltes Loch und schon stehe ich mit den Füssen bis zum Knöchel im Schlamm. Freude herrscht!

In der angepeilten Kleinstadt angekommen, von Kopf bis Fuss mit Dreck bepflatscht, werden wir einmal mehr Zeugen der grossen chinesischen Fahrkunst. Auf der schmalen Zufahrtsbrücke ist ein Laster auf dem Schlamm ins Rutschen geraten und nichts geht mehr. Mangels Geduld drängelt alles, was Räder hat, gleichzeitig auf das Nadelöhr zu. Die enge Durchgangsstrasse ist kurz darauf so blockiert, dass selbst mit einem Velo kein Durchkommen mehr ist. Ich lasse Christian mit den Fahrrädern zurück und gehe zu Fuss auf Hotelsuche. Obwohl es nicht geregnet hat, ist die gesamte Strasse von einer feinen Matsch-Schicht überzogen. Überall, wo man hinschaut, ist einfach nur Dreck. Dass man hier akut den Wunsch nach Gummistiefeln verspürt, kümmert die jungen Mädchen auf ihren 5cm-Stilettos kaum – sie stöckeln ungerührt durch den Dreck. Man muss ja schliesslich was hergeben. Wir hingegen finden es einfach nur pfui. Dass wir zum Duschen den Teekocher benutzen müssen, obwohl uns die Hotelière warmes Wasser versprochen hat und dass in der schönen Glasfensterfront ein Element fehlt und es deshalb kalt durchs Zimmer zieht, buchen wir aufs gleiche Konto ab.

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Ja, dieses Südchina fordert uns. Während sich der neue Expressway elegant auf Stelzen und mit vielen Tunnels sanft ansteigend durch das hügelige Gelände pflügt, quälen wir uns auf der alten Strasse in jedes schrumpelige Seitental. Bald setzt auch noch Regen ein und mit Stirnrunzeln nehmen wir die zunehmenden Passagen zur Kenntnis, bei denen der Teer auf Nimmerwiedersehen abgerutscht oder die Strasse von einem Erdrutsch versperrt ist. Déjà vu! Als wir bereits 100 Kilometer auf dem Tacho haben, steht plötzlich ein blaues Schild auf der Strasse. „Heisst sicher: Hier bitte nicht weiterfahren!“ scherze ich, und höre prompt hinter mir eine Frau rufen. Hier sei kein Durchkommen, bedeutet sie. Als wir mit schmerzverzerrtem Gesicht auf die Karte starren, um herauszufinden, wie viele Kilometer es zurück zur letzten Brücke sind, meint die Frau (blöde Kuh), wir könnten das Velo ja tragen. Es seien nur zwei Passagen. Tragen? Kein Problem für uns und wir fahren erleichtert weiter. Die Strasse präsentiert sich erst noch ordentlich. Nur ein bisschen abgebrochen, verschüttet, ganze Flüsse fliessen drüber, aber was kümmern uns solche Details. Unsere Velos hieven wir über einen ersten Schuttkegel eines Erdrutsches. Kinderspiel! Doch dann kommt das definitive Aus: Vor uns ist die Strasse nur noch ein grosser Sumpf und weiter hinten hört man fröhlich den Wasserfall plätschern. Verflucht! Ich wate 100 Meter durch den Schlamm, um herauszufinden, ob dahinter vielleicht wieder der schöne, alte Teer wartet und wir durch die drei Wasserfälle und die vier pittoresken Seen schwimmend auf die andere Seite gelangen könnten. Keine Chance.

Laut fluchend wenden wir und die ganze Szenerie flirrt im Rückwärtsgang an uns vorbei. Fünfzehn Kilometer später erreichen wir endlich eine Brücke. Natürlich gibt es hier keine Auffahrt auf den Expressway. Zwar schickt uns ein Chinese in einem Wärterhäuschen (blöder Ochse) erst einmal ein paar Kilometer in die falsche Richtung, doch als keine Auffahrt kommt, fahren wir zurück und hieven die Velos unter Protestrufen des Wärters durch ein Loch im Zaun auf eine geschlossene Autobahnraststätte und dann über die Leitplanke auf den schönen, komfortablen Pannenstreifen. Nun fahren wir also dieselben 15 Kilometer bereits zum dritten Mal! Obwohl es zu dieser Zeit schon fast dunkel ist, lassen wir es uns nicht nehmen, die verschüttete alte Strasse von der anderen Seite aus zu fotografieren. Zu unserem Schrecken sehen wir, dass weiter hinten noch mehr Erdrutsche und Wasserfälle gewartet hätten. Diese Strasse ist unrettbar verloren!

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Von der anderen Seite des Tals grüsst lustig unsere Erdrutsch-Wasserfall-Steinschlag-Piste

Erneut sind wir also im Schein der Stirnlampe unterwegs. Umso erfreuter sind wir, als es auch noch zu regnen anfängt. Als wir in einem Strassenrestaurant nach einem Zimmer fragen, schüttelt der Wirt nur bedauernd den Kopf. Das nächste Hotel sei 20 Kilometer entfernt und es sei dunkel und es regne. Danke für den Hinweis! Leider spät bemerke ich mit Blick auf die Karte, dass zwischen uns und der nächsten Stadt noch einige Haarnadelkurven eingezeichnet sind und das bedeutet ja gemeinhin nichts Gutes. Tatsächlich müssen wir uns im Stockdunkeln, mit nur einer brauchbaren Stirnlampe, bei ausgehender Batterie, im Regen, mit fast 130 Kilometern in den Beinen noch 300 Höhenmeter in die Stadt hinaufquälen.

In Zhaotong, einer chinesischen Stadt mit dem touristischen Wert einer Stecknadel, gönnen wir uns kurz darauf zwei radelfreie Tage. So lange dauert es ungefähr, bis wir die letzten Schlammpartikel aus den Ohren gegrübelt haben. Obwohl für Velos eigentlich verboten, fahren wir danach auf dem Expressway. Dieser ist super ausgebaut und spart uns dank riesigen Brücken und langen Tunnels viele harte Höhenmeter. Die Landschaft ist hübsch: Tief unten wälzt sich der (wie immer) braune Fluss durchs grüne Tal, die Hügel sind von endlosen Terrassen zerfurcht und die rote Erde leuchtet. Das Wetter hat von Regen und Nebel endlich wieder auf Sonne umgestellt und wir legen gar noch zwei Zeltnächte ein. 14 Tage sind seit unserer Abfahrt in Chengdu vergangen, bevor wir 45 Kilometer vor Kunming vom Expressway herunterfahren und ein letztes Hotel suchen. Im hübschen, günstigen Gästehaus mit Parkett und blitzeweissen Leintüchern kommt plötzlich Hektik auf, als man unsere Pässe sieht. Herrje, das sind ja Ausländer! Wir verdrehen die Augen: Nicht dass man uns das nicht angesehen hätte! Nun hat es plötzlich kein Zimmer mehr frei und wir werden ins gegenüberliegende Business-Hotel zum doppelten Preis geschickt. Resigniert beziehen wir ein Zimmer mit von Zigaretten verlöchertem Spannteppich, Zockertisch und zertrümmerten Stühlen. Dass wir auch hier wie immer ein Depot hinterlassen müssen für den Fall, dass wir das Mobiliar beschädigen sollten (dafür sind wir Schweizer ja bekannt), erstaunt uns mittlerweile nicht mehr. Obwohl wir beim besten Willen nicht wissen, was in diesem Hotelzimmer noch hätte demoliert werden können.

Da an der Autobahnauffahrt ein riesiges Velo-Verbotsschild prangt und wir am Abend zuvor in unangenehm dichtem Verkehr gefahren waren, entscheiden wir uns für die letzten Kilometer nach Kunming erneut für die alte Strasse. Grosser Fehler! Zwar holprig, aber erst noch in ganz anständigem Zustand, windet sich diese zuerst nach Osten und dann in einem grossen Bogen ins südliche Kunming. Plötzlich jedoch endet der Asphalt. Wir halten das Ganze erst für eine Baustelle, dann für ein bisschen Pech bis uns nach Kilometer um Kilometer ungeteerter Piste die Tränen in die Augen steigen. Wir dachten an eine gemütliche Halbtagesetappe und nun stehen wir wieder im Dreck und Schlamm…

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Willkommen auf der einzigen Nicht-Autobahn in die Millionenstadt Kunming!

Dass diese vermaledeite Hotterpiste neben der Autobahn die einzige Strasse in eine Millionenmetropole sein soll, wollen und können wir fast nicht glauben. Wir versuchen dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen und steuern den Flughafen an, um dort auf dessen Autobahnzubringer einzubiegen. Doch leider landen wir erst auf einer weiteren Baustelle und danach am Pistenrand. Die Strasse wurde beim Ausbau des Flughafens wohl einfach platt gemacht. Nur Google Maps weiss leider noch nichts davon. Wir sind jetzt am Rande eines kleineren Nervenzusammenbruchs: 70 Kilometer auf übelster Strasse, dazu ein stürmischer Gegenwind und als wir bei Einbruch der Nacht endlich an der Adresse unseres im Voraus gebuchten Hotels ankommen, ist es nicht da. Selbst als wir fünf Meter davor in einem Geschäft nach dem Hotelnamen fragen, schüttelt man nur den Kopf: Noch niiiiiie gehört! Manchmal möchte man einfach mal einen Chinesen schütteln!

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