Wettbewerb: Munteres Bilderraten

Man hört, in der fernen Schweiz sei dank Pfingsten ein langes Wochenende mit mässigem Wetter angesagt. Ideale Voraussetzungen für Unterhaltung, Spiel und Spass! Bestimmt habt ihr bemerkt, dass wir die „Kopfzeile“ unseres Blogs mit allerhand Fotoausschnitten unserer bisherigen Reise anreichern. Nun seid ihr dran! Wer findet heraus, um welche Stadt es sich beim folgenden Bildausschnitt handelt?

Wettbewerb: Welche Stadt ist hier abgebildet?

Sende deinen Lösungsvorschlag bis Ende Mai an wettbewerb@furt.ch. Dem Gewinner senden wir eine Ansichtskarte aus einer Region zu, aus der er bestimmt noch nie Post erhalten hat. Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Los – d.h. wir bewerten zusätzlich die Kreativität der eingereichten Nachricht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, wie es so schön heisst. Ist auch besser so, denn welche Rechtsprechung gälte denn, wenn wir uns während der Wettbewerbsfrist in verschiedenen Ländern aufhalten? Die griechische? Die türkische? Wie auch immer: Wir freuen uns auf viele Einsendungen!


Und hier die Auflösung des Bilderrätsels: Es handelt sich beim Bild um das hübsche Städtchen Kotor in Montenegro. Wer in der Fotogalerie genau hingeschaut hat, konnte dies leicht herausfinden ;-). Rita hatte es noch einfacher, sie war selbst schon dort und hat auch als erste die richtige Lösung eingesendet. Wir gratulieren Christian N., Daniel W., Kurt W., Rita F., Simon H. – sie haben die richtige Lösung eingesendet. Und weil wir uns nicht für einen einzelnen Sieger entscheiden konnten, erhalten sie alle eine Karte, irgendeinisch.

Wettbewerb: Reich sein in Usbekistan

Schon in Iran war uns jeweils schwindlig, wenn uns das Wechseln einiger weniger Euro-Scheine zu Millionären mit unzähligen schmuddeligen und zerfetzten Banknoten machte. Immerhin gibt es dort 500’000er-Noten, was die Handhabung des Geldes erleichtert und das Platzen des Portemonnaies verhindert. Turkmenistan überraschte uns mit brandneuen Münzen und schönen Nötli. Und Usbekistan? Hier wird man zwar nicht ganz so schnell Millionär, aber dafür darf man das Geld gleich sackweise vom Geldwechsler nach Hause tragen. Die grösste handelsübliche Note hat den Wert von 1000 Som, was nicht mal fünfzig Rappen entspricht.

In Buchara haben wir Geld gewechselt und den folgenden Stapel Noten erhalten. Wie viel ist dieser in Franken, Dollar oder Euro wert?

Som

Sende deinen Lösungsvorschlag bis zum 15. September 2013 an wettbewerb@furt.ch. Dem Gewinner winkt ein Überraschungspreis! Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, passend zur Rechtsstaatlichkeit der gerade bereisten Länder. Also los, schickt uns eure Schätzungen, wir freuen uns auf viele Einsendungen!


Auflösung vom 28. September 2013:

Spannend war es bis zum Schluss. Viele Einsendungen haben wir erhalten, die Schätzungen reichten von mickrigen CHF 32.50 bis zu schwindelerregenden CHF 275. Die Mehrheit der Tipps kam aber um die Hundert Franken zu liegen, was der Lösung sehr nahe kommt. Und hier ist sie:

DSC07445Gewechselt haben wir beim Lebensmittelhändler unseres Vertrauens in Buchara 100 US-Dollar. Zum Kurs vom 13. August und abzüglich eines kleinen Einkaufs von rund 2 Dollar entsprach dies ungefähr 90.45 Franken, das sind 260’000 usbekische Som, in 100 Tausender und 320 Fünfhunderter. Der grosse Gewinner heisst somit Emu (seine Schätzung von 97 USD entspricht CHF 89.53), der Thomas R. (CHF 89.48) um wenige Rappen Differenz ausstechen konnte. Auch Jürgen R. war mit CHF 91.86 sehr nahe dran. Wir gratulieren und danken allen Einsendern fürs Mitmachen!

Emu darf sich auf unseren Überraschungspreis freuen, den wir in Kashgar auf dem Basar erstanden haben: Ein Original-Uigurenhut! Zusammengefaltet ist er kleiner als eines dieser neumodischen, unförmigen Smartphonepads und passt somit in fast jede Westentasche. Ein Hingucker auf jeder Kostümparty, genauso wie in Zug, Bus und Tram oder bei der Arbeit. Diese Kappe vereint zudem in genialer Weise eine subtile Hommage an die Mode sowie ein politisches Statement. 😉 Emu, wir wünschen dir viel Freude damit!

Mitlesen und dabei Gutes tun

Big Brother MouseFür einmal beglücken wir euch nicht mit einem weiteren Einblick in unser Abenteuer oder mit Fotos der weiten Welt, sondern bitten um eure Mithilfe! Dazu müssen wir etwas ausholen: Vor ziemlich genau drei Jahren realisierten wir die für uns damals verrückte Idee, mit dem Velo durch Laos zu fahren. Totale Grünschnäbel waren wir, Erfahrungen auf dem Tourenvelo hatten wir nur von ein paar sonnigen Wochen in den milden europäischen Nachbarländern. Die Reise wurde dann nicht ganz überraschend zu einer ziemlichen Herausforderung mit allerhand Materialproblemen und Magenbeschwerden. Dennoch war es nicht zuletzt diese Erfahrung, die uns ein Stück näher an unser derzeitiges Abenteuer brachte – bestellten wir doch kurz nach der Rückkehr in die Schweiz unsere jetztigen Velos und setzten uns intensiver mit der Idee einer Langzeitreise auseinander.

Die wunderbaren Erinnerungen an die herzlichen Laoten blieben uns in lebhafter Erinnerung. Ebenfalls nicht vergessen konnten wir, dass es in den Dörfern fernab der Touristenströme an fast allem fehlt. Die wissbegierigen Kinder haben selten Stifte, Notizhefte oder gar Bücher, mit denen sie lernen könnten.

In Luang Prabang lernten wir das Projekt „Big Brother Mouse“ kennen. Diese Organisation publiziert Kinderbücher in laotischer Schrift und verteilt diese in den ländlichen Dörfern. Im Jahr 2012 konnten so mehr als 125’000 laotische Kinder zum ersten Mal ein Buch in ihren Händen halten. Wir fanden dieses Projekt schon bei unserer ersten Reise unterstützenswert: Bücher, die Lesen zum Vergnügen machen! (Die Story von Big Brother Mouse als PDF)

In wenigen Tagen verlassen wir China und reisen erneut auf zwei Rädern in Laos ein. In Luang Prabang werden wir wieder das Büro dieser Organisation besuchen – und gerne würden wir dann etwas Bleibendes hinterlassen. Können wir gemeinsam einen Traum wahr werden lassen? Schon für 1000 Dollar kann Big Brother Mouse ein neues Buch veröffentlichen. Wird es das Buch der furt.ch-Leserschaft sein? Möchtest du mithelfen? Dein Spendenbeitrag wird zu 100% an Big Brother Mouse fliessen. Wir werden hier selbstverständlich über die Aktion berichten. Schon jetzt ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützer!

Big Brother Mouse sagt Danke!

Wir sind überwältigt! Vor wenigen Wochen haben wir von der Organisation „Big Brother Mouse“ berichtet, die wir 2010 auf unserer ersten Veloreise durch Laos kennengelernt haben. Während wir uns in den folgenden Tagen Luang Prabang näherten, sind viele unserem Aufruf gefolgt, sich an einer Spende für ein neues Buch zu beteiligen. Mit grosser Freude dürfen wir verkünden, dass wir gemeinsam unser Ziel erreicht haben: Den laotischen Kindern im Namen von furt.ch ein Buch zu spenden! Zu unserer riesigen Überraschung und Freude ist dabei nicht nur der Minimalbetrag zusammengekommen. Wir konnten deshalb ein besonders schönes Buch auswählen: Die Geschichte des jungen Prinzen Sithon, der sich in die hübsche Manola verliebt.

sithonmanola200x284Thao Sithon was a young Lao prince. He heard about Manola from a palace guards, and fell in love with her. But soon after they were married, they separated, as he had to go to war. This famous Lao folktale tells of the couple’s quest to be together again.

The walls of Buddhist temples in Laos are often decorated with pictures from folktales and religious parables. This book is illustrated with paintings of Sithon and Manola from one such temple.

Retold by Kongsy Vilayphone and Khamphong Vongpachit, photographs by Kongsy Vilayphone Lao language, 64 pages, A5

Das Buch ist erst kürzlich für den Druck vorbereitet worden und muss nun nicht lange auf einen Sponsor warten, sondern wird schon bald in den Dörfern von Laos vielen Tausend Kindern Lesespass bereiten. Wir danken allen unseren Leserinnen und Lesern, die sich an der Aktion beteiligt haben, ganz herzlich für die grosszügigen Beiträge! Dank euch konnten wir Big Brother Mouse 2’400 US-Dollar für die Herstellung dieses Buches überreichen.

Normalerweise hat man als Spender ja keine Möglichkeit, mit vertretbarem Aufwand die Arbeit einer unterstützten Organisation vor Ort persönlich zu beurteilen. Wir sind nun aber da – und das erst noch ganz ökologisch mit dem Velo! So nutzen wir am 22. November die Gelegenheit, Big Brother Mouse bei der Arbeit zuzuschauen und in ein laotisches Dorf zu begleiten. Eine Book Party im Dorf „Huyamak“ steht an! Big Brother Mouse versucht, bei jeder der unzähligen Schulen in der Region ein Mal pro Jahr vorbeizugehen. In Huyamak sind seit dem letzten Besuch bereits drei Jahre vergangen. Mit vier weiteren Sponsoren starten wir frühmorgens im Minibus und fahren nordwärts. Bald biegen wir von der asphaltierten Strasse ab und sind innert Minuten im ärmlichen Laos: Auf einem ausgewaschenen Fahrweg geht es über Stock und Stein, mitten durch Bäche und an vielen winzigen Dörfern vorbei. Man fragt sich still, wie oft diese Leute hier wohl in die Stadt kommen? Wohl nie. Mehr als einmal muss unser Fahrer einen Bauern nach dem richtigen Weg fragen: Geradeaus oder doch den steilen, unscheinbaren Pfad die Böschung hoch? Wir wären hier schon längst verloren.

Nach langer, staubiger Fahrt erreichen wir unser Ziel. Unser Besuch ist angekündigt, die Kinder warten bereits aufgeregt auf die Gäste aus der fernen Stadt – und noch spannender sind wohl die sechs „Falangs“, Ausländer, die mit von der Partie sind. Unter freiem Himmel versammeln sich die Klassen in Reih und Glied und hören aufmerksam der Bekanntgabe des Tagesablaufs zu. Dann gehts los, mit Geschrei stürmen die Kinder in die Schulzimmer und schon bald haben wir alle Hände voll zu tun bei der Verteilung eines lustigen Rätsel- und Spielhefts. Ein paar Erklärungen über die verschiedenen Denkspiele, und schon wird es still im offenen Bambusschulhaus. Gross und Klein, gerüstet mit den funkelnagelneuen Bleistiften, beugt sich über die Hefte und schreibt, malt und zeichnet, was das Papier hergibt. Ab und zu braucht es einen neugierigen Blick zum Nachbarn – vielleicht hat der ja schon die Lösung des Buchstabenrätsels gefunden, bei dem man selbst nicht mehr weiter weiss!

Schon geht es draussen weiter: Die ganze Schule, insgesamt rund 130 Kinder, bildet einen grossen Kreis. In der Mitte steht Sone von Big Brother Mouse und erklärt das erste Spiel: Alle müssen auf seinen Befehl springen, stehenbleiben oder sich ducken – wer falsch reagiert, muss in die Mitte des Kreises marschieren. Dort erwartet die „Verlierer“ eine Handvoll weisses Pulver. Das Gekicher und ausgelassene Geschnatter ist riesengross, als sie sich ihre Gesichter damit einreiben: Kleine Schneemänner mitten unter der laotischen Sonne!

Zurück im Klassenzimmer, lesen die Mitarbeiter von Big Brother Mouse laut aus einem der Bücher vor. Die bunten Bilder spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Kinder werden so animiert, später zu Hause und in der Schule ebenfalls laut zu lesen und die bebilderten Geschichten zu erzählen. Dicht gedrängt sitzt die Kinderschar auf den schmalen Holzbänken und lauscht gebannt der Erzählung. Wir sind beeindruckt von der packenden, humorvollen und äusserst motivierten Art des Teams von Big Brother Mouse – es weiss, wie man Kinder begeistert. Zu vermitteln, dass Lesen Spass macht, ist eines ihrer Hauptziele – und das haben sie voll erreicht! Von den lokalen Lehrern hingegen haben wir nicht den Eindruck, dass sie ihre Aufgabe mit besonders viel Hingabe, Kreativität und Spass meistern. So ist denn auch die Lehrerausbildung ein weiteres Thema, dem sich Big Brother Mouse annehmen möchte…

Nach einer kleinen Erfrischungspause folgt der Höhepunkt des Tages: Jedes Kind erhält sein eigenes Buch. Wir werden umringt beim Verteilen der Schätze – wer bereits ein Buch sein eigen nennen darf, zeigt dieses wie ein Juwel herum, vertieft sich augenblicklich in die spannende Geschichte oder schaut sich die wunderbaren Illustrationen an.

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Beispielseite aus „unserem“ Buch Sithon and Manola. Bildern wird viel Platz eingeräumt, weil zu viel Text die meisten Kinder überfordern würde.

Zum Schluss übergibt Big Brother Mouse der Lehrerschaft einige Schachteln weiterer Bücher. Damit wird in der Schule eine kleine Bibliothek eingerichtet, in der die Kinder ihre Bücher tauschen und so weiteren Lesestoff erhalten können. Für den Rest des Nachmittags kriegen die Schüler frei – wir begleiten sie noch zu einem kurzen Spaziergang durch das Dorf, bevor wir unsere Rückreise antreten. Wir sind uns einig: Big Brother Mouse leistet mit einem kleinen, motivierten Team hervorragende Arbeit und ermöglicht es etlichen Kindern, auf vergnügliche Art das Lesen zu üben. Wir sind glücklich, dass wir stellvertretend für unsere Leserschaft und unsere Sponsoren einen Einblick in dieses Projekt erhalten durften. Möge die Geschichte von Sithon und Manola vielen laotischen Kindern packende Lesestunden bereiten und ihnen den Weg in die Welt des Lesens ebnen!

Happy New Year!

Das Jahr 2013 geht zu Ende – ein Jahr, das für uns mehr als so manches zuvor in Erinnerung bleiben wird. 17 Länder haben wir bis bisher durchquert, 12’000 Kilometer und 100’000 Höhenmeter erradelt. Dutzende andere Velofahrer haben wir getroffen. Ungezählte wundervolle Begegnungen mit Menschen in uns so fremden Ländern durften wir erleben. Oft spürten wir gerade in ärmeren Regionen eine Gastfreundschaft und Offenheit gegenüber Fremden, die schlicht berührend ist.

Für diese vielen wunderbaren Momente haben wir uns das genommen, was wir euch fürs 2014 wünschen:

Zeit.

Zeit für die Familie. Für einen Spaziergang im nahen Wald. Zum Betrachten einer fallenden Schneeflocke. Für die Freunde. Zum Durchatmen, Nachdenken. Zeit für Stille. Zum sinnlichen Erleben einer erwachenden Wiese an einem Frühlingstag. Und vor allem Zeit für euch selbst. In diesem Sinne:

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